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Verletzung im Wadenmuskel!

21.05.2017 13:21 von Isabell-Sophie Teegen (Kommentare: 0)
Copyright Iris Hensel

Die bittere Seite des Sports

Ich sitze gerade im Zug von Heidelberg nach Hamburg und habe das erste Mal seit den letzten drei Wochen ein positives Gefühl! So richtig verarbeitet habe ich die Ereignisse der letzten Wochen aber noch immer nicht. Bester Beweis: Ich träume nachts vom laufen (mache ich sonst nie, wenn ich es tagsüber kann) und werde morgens von der Erkenntnis, dass an Laufen gerade nicht zu denken ist, zurück in die Realität gerissen.

Alles begann mit einer Schambeinreizung vor 3 Wochen. Das Training lief lange wie am Schnürchen, absolut nach Plan, da vergisst man manchmal zu wertschätzen, was Gesundheit eigentlich bedeutet.

Es zwickt ja immer mal ein bisschen, nennt sich ja eben auch LEISTUNGssport was ich da mache. Doch meine Schmerzen in der Leiste wurden stetig mehr und meine Osteopathin gab dem ganzen schließlich einen Namen: Schambeinreizung. Ziemlich fiese Geschichte! Am Morgen musste ich meine Beine aus dem Bett heben, ich dachte eigentlich, das würde erst mit über 80 notwendig sein ;).

 Drei sportfreie Tage sollten Ruhe in das System bringen, um für die Sommersaison kein Risiko eizugehen.

Gewöhnlich reicht mir eigentlich ein Tag ohne Training, um mich zu erholen, aber der Gedanke an die guten letzten Wochen und die bevorstehende Leistungsdiagnostik, ließen mich auch die übrigen zwei ertragen.

Zur Diagnostik nach Leipzig fuhr ich mit einem etwas mulmigen Gefühl und hoffte das die Leiste sich mit der Laufbanddynamik anfreunden würde. Ein wenig schmerzte sie noch (waren ja auch immerhin 4x3000m), weshalb ich auf den 2. Test am Nachmittag verzichtete. Mit den Werten war ich zufrieden und 4 Tage später stand das nächste Trainingslager an, eigentlich ganz gute Aussichten.

Zurück in Hamburg hatte ich in den nächsten Tagen vor allem mit einer festen Wade zu kämpfen. Muskelkater vom Laufband, dachte ich ganz unbekümmert…

Doch dass es mehr als eine feste Wade war bzw. wurde stellte sich im Trainingslager in Kroatien heraus. Angesichts meiner unschönen Erinnerungen an diese Woche möchte ich darauf nicht näher eingehen. Nur so viel: Mit jeder Einheit wurden die Schmerzen mehr und mein Wille das Trainingslager „durchzuziehen“ fälschlicherweise größer. Bis ich schließlich einsehen musste, dass es keinen Sinn macht zu Laufen, wenn man nur humpelnd gehen kann. Die übrigen drei Tage bedeuteten für mich Trainingslager ohne Training, dass es sich dabei für jeden Athleten um eine „Qual“ handelt, lässt sich erahnen!

Mittlerweile sind 2 Wochen seit meinem letzten Lauf vergangen und ich kann wieder schmerzfrei gehen. Nicht mehr und nicht weniger! Selbst das Spinning als Alternativtraining war meinem Wadenmuskel zu viel, der ist nämlich ein wenig angerissen. Wie lange die Heilung dauert, kann niemand so richtig vorhersagen. Bis dahin vergnüge ich mich im Wasser und versuche aus den letzten Wochen zu lernen. In unserem täglichen Trainingsalltag und mit den Zielen des Sommers vor den Augen, ignoriert man schnell mal die Signale des Körpers. Doch mit dem Kopf ist man noch nie besonders gut durch die Wand gekommen. Jetzt heißt es Geduld bewahren und positiv zu bleiben. In den letzten Wochen war ich ganz schön traurig. Meinen Traum von einem Start bei der Universiade in diesem Sommer musste ich begraben, ehe ich ihn in Angriff nehmen konnte. Der Zeitpunkt des Einstiegs zurück ins Lauftraining ist ungewiss und bis zu meinem alten Leistungsniveau wird es ein langer Weg. Doch mittlerweile freue ich mich auch auf diesen Weg, denn das Laufen gehört einfach zu mir und macht mich glücklich.

Heute durfte ich in Heidelberg bei meinem Sponsor der Sikom einen Vortrag über Leistungssport halten und habe dabei viel Motivation getankt. Mir ist bewusst geworden, wie viel ich schon erreicht habe und daran möchte ich anknüpfen wenn meine Wade wieder bereit dazu ist!

Eure Isa

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