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Trainingslager Teneriffa

09.01.2018 18:51 von Isabell-Sophie Teegen (Kommentare: 0)

Ich muss zugeben, bei der Insel Teneriffa habe ich zunächst auch nicht an ein Trainingslager gedacht. Als Langstreckler geht es gewöhnlich im Winter an die Algarve nach Portugal oder nach Südafrika (falls einem die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen).

Unsere kleine aber feine Trainingsgruppe besteht allerdings nicht nur aus Läufern - und Sprinter haben es bekanntlich gerne so richtig warm. Definitiv ein Grund für Teneriffa und das gerade erneuerte Stadion konnte natürlich bei uns allen punkten.

Gut erholt und mit neuen Reserven dank deftigem Weihnachtsessen flogen wir der Sonne entgegen!

Als einzige Langstreckenläuferin in der Gruppe wurde ich natürlich schon vorgewarnt, „die schönsten Laufstrecken gibt es dort nicht!“. Das hätte allerdings vorausgesetzt, dass er dort überhaupt erstmal Laufstrecken gegeben hätte. Ich muss sagen, es gibt wenige Dinge, die meine Laune trüben können. Nicht optimal trainieren zu können steht allerdings ganz oben auf der Liste. Es werden sich sicher noch gute Lauftrecken finden, dachte ich mir am ersten Abend. Doch am nächsten Morgen löste sich mein Optimismus direkt in Luft auf. Die leicht hügelige Straße vor unserem Appartement mit ihrem 20 cm breitem Seitenstreifen, die mir am Vorabend als Strecke für den heutigen Tempodauerlauf angekündigt wurde, war gerade mein kleinstes Problem. Der orkanartige Wind machte mir mehr Sorgen, denn ich kenne ja unseren Coach: „Bei den Bedingungen laufen wir nicht!“ Klasse, ich bin im Trainingslager und kann aufgrund der Bedingungen nicht trainieren – ja, in dieser Hinsicht bin ich manchmal etwas ungeduldig. Am Abend ließ der Wind dann etwas nach und ich durfte den Lauf starten ;). Begleitet von strahlendem Sonnenschein (das Wetter ließ wirklich keine Wünsche offen) und fröhlichem Hupkonzert der Autofahrer rannte ich endlich los. Der Akku war heute allerdings etwas schneller leer als erwartet, egal, ich konnte laufen, damit hatte ich ja schon gar nicht mehr gerechnet. In den nächsten Tagen freundete ich mich mit den Laufstrecken an (ich gab mir zumindest größte Mühe), wertschätzte das geniale Wetter und unsere gemütlichen Kochabende. Statt all- inclusive setzen wir nämlich immer auf leckere Selbstversorgung und solange ich nur Gemüse „schnippel“ droht dem Essen ja auch keine Gefahr. Nach meinem durchwachsenen ersten Tempolauf nahm das Training langsam Fahrt auf. Ich bin einfach ein Gewohnheitsmensch und brauche immer ein paar Tage um mich in neuen Orten einzugewöhnen, am Ende fühle ich mich dann doch überall wohl. Zum Glück lag der Schwerpunkt in diesem Trainingslager auch für mich auf der Schnelligkeit und so durfte ich sogar bei vier Einheiten in den Genuss der tollen Laufbahn kommen. Am letzten Tag wartete mein ganz persönliches Highlight auf mich: 12x1000m mit kurzer Pause. Ein Meilenstein auf dem Weg zum Halbmarathon in Barcelona in 5 Wochen und was für einer! Während des ganzen Trainingslagers hatte ich ein bisschen auf diese Einheit geschaut und es war eine der besten meines Lebens. Schneller als je zuvor und mit einem lockeren Schritt – ja, laufen kann sich wie fliegen anfühlen! Da vergisst man glatt die 30 Runden , vor allem wenn man bei fast jedem Lauf einen Trainingspartner vor oder neben sich hat, Leichtathletik ist halt doch ein Teamsport!

Mit dieser guten Einheit im Rücken geht es heute zurück ins kalte Deutschland. Es warten noch 10 Uni-Tage und eine letzte Anatomie-Prüfung, aber damit beschäftige ich mich morgen wieder….

Bis bald

Eure Isa

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