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On my way back!

23.07.2017 20:13 von Isabell-Sophie Teegen (Kommentare: 0)
Copyright Iris Hensel

Die ersten Schritte zurück ins Lauftraining!

Ich kann kaum glauben, dass seit meinem letzten Eintrag mehr als 2 Monate vergangen sind. In dieser Zeit habe ich so einiges durchlebt und vor allem viel gelernt!

Im ersten Moment habe ich meine Verletzung verflucht und hatte viele nutzlose Gedanken der Sorte „Eigentlich hätte ich heute einen Wettkampf gehabt“, „die Sonne scheint, perfektes Wetter für einen Dauerlauf um die Alster und ich sitze im unterkühlten Spinningraum“.

Diese Phase war allerdings nicht von langer Dauer, da bin ich nicht der Typ für. Das Leben ist viel zu schön um Trübsal zu blasen, also akzeptieren und das Beste draus machen. Vielleicht hat mein Körper gerade einfach eine Pause gebraucht?! In den ersten Wochen hatte ich noch die Hoffnung möglichst schnell wieder laufen zu können, dann hätte noch Hoffnung auf einige Rennen am Ende der Saison bestanden. Mit meiner Ungeduld habe ich meinem Trainer zu weiteren grauen Haaren verholfen, bis ich schließlich einsah, dass es Zeit ist RICHTIG loszulassen: Keine Gedanken mehr an baldiges Laufen verschwenden und sich die Zeit nehmen, die es braucht! Von nun an lag der Schwerpunkt auf dem Kraft- und Stabilisationstraining. Um den Stoffwechsel aufrecht zu erhalten, verbrachte ich am Morgen eine Stunde joggend im Wasser und setzte mich am Abend noch einmal aufs Spinningrad. So sah mein Alltag in den letzten 2 Monaten aus! Zwischendurch ging ich natürlich noch in die Uni und bereitete mich auf die anstehende Klausur vor.

Mein Fazit nach 2 Monaten Alternativtraining:

-          Es ist unglaublich zeitaufwändig, aber auf dem Spinningrad kann man klasse lernen!

-          In kurzer Laufhose radeln gibt blutige Scheuerstellen

-          Den Weg von meiner Wohnung zum Olympiastützpunkt kenne ich im Schlaf und es wäre sinnvoller gewesen dort einzuziehen!

-          Ich kenne alle Freibäder in und um Hamburg und warum ist der Eintritt so verdammt teuer?

-          Wird Aquajoggen auch irgendwann olympisch? Die Quali schaffe ich mit links

Und das allerwichtigste, ich habe mich mit dem Krafttraining angefreundet! Früher konnte ich mich dabei nie so richtig quälen wie beim Lauftraining und habe die Notwendigkeit darin nicht gesehen. Somit ließen meine Kraftwerte auch zu wünschen übrig! Aus dieser Schwäche wird allmählich eine meiner Stärken, ich sag nur Kreuzheben mit 45 kg ;)!

Wenn man einmal so richtig auf die Nase gefallen ist, kann man sich beim Aufstehen über jeden kleinen Schritt nach vorne freuen. Das ist das Schöne an meiner derzeitigen Situation! Vor zwei Wochen durfte ich den allerersten Laufversuch wagen. Danach schwebte ich den ganzen Tag auf einer Dopaminwolke. Dass ich nach 20 Minuten joggen fix und fertig war, ließ ich dabei erstmal außer Acht! Das wichtigste war schließlich, keine Schmerzen in der Wade und Sehne zu spüren. Diese beiden Kollegen geben gerade auch den Takt vor! Langsam steigere ich die Laufdistanz und der Schwerpunkt verschiebt sich zu meiner Freude allmählich vom Alternativtraining zum Lauftraining. Es ist ein bisschen so, als würde ich das Laufen neu lernen, denn momentan gleicht es noch einem Stampfen. Aber das wird mit jedem Lauf ein wenig besser. Das Tempo ist mir dabei gerade vollkommen egal!

Ich wünsche mir, dass ich nicht wieder in meine alte Trainingsroutine versinke! Routine ist etwas doofes, Dinge verselbstständigen sich und man vergisst sie zu wertschätzen! So musste ich erst aus diesem Trott herausgerissen werden, um mich wieder an den kleinen Dingen zu erfreuen!

Eure Isa

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