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Jetzt erst recht!

11.11.2017 08:57 von Isabell-Sophie Teegen (Kommentare: 0)
Copyright Iris Hensel

Wer mich kennt, der weiß, dass ich selten um eine Antwort verlegen bin, doch gerade fehlen mir die Worte. Der Appetit auf den riesigen Teller Ofengemüse vor meiner Nase ist mir soeben vergangen und meine wirren Gedanken müssen sich erstmal ordnen. Eigentlich kommen wir beim Abendessen nie auf das Laufen zu sprechen. Das schätze ich an meinen Eltern sehr, sie haben absolut gar keine Ahnung von der Leichtathletik, können mit Zeiten nichts anfangen, wissen aber immerhin welche Strecken ich laufe und begleiten mich gerne mit dem Rad. An diesem Abend werde ich zu meinem eigenen Erstaunen mit Fragen zu meinem Trainingsstand förmlich durchlöchert, bis schließlich der gut gemeinte Rat meines Vaters zum plötzlichen Schweigen führt: „Vielleicht solltest du dich erstmal vollkommen auf das Studium konzentrieren!“ Okay, ich beschwere mich hin und wieder über meinen stressigen Alltag, aber insgeheim liebe ich es zwischen Uni und Training zu pendeln, die Abwechslung und die lieben Leute die mich mit beidem verbinden. Glaubt mein Dad etwa nicht daran, dass ich es wieder zurück zu meiner alten Leistungsstärke schaffe?! Geantwortet habe ich auf die Frage erstmal gar nicht, denn ich hätte sie mir niemals selber gestellt. In jenem Moment bin ich ein wenig wütend, wie konnte ihm nur so etwas einfallen? Doch im Nachhinein war es vielleicht genau die richtige Frage im richtigen Moment!

Ich muss ehrlich zugeben, den Weg zurück zu meiner alten Form habe ich mir auch ein wenig einfacher vorgestellt und vor allem könnte es für meinen Geschmack alles ein wenig schneller gehen: Umfänge steigern, Intensitäten erhöhen und der Körper erinnert sich schnell wieder. Ein wenig naiv vielleicht nach der langen Laufpause, aber ich möchte ja schließlich nicht nur zurück zu meinem alten Niveau sondern noch viel weiter. Meine sportlichen Träume und Ziele schmeiße ich doch nun nicht wegen eines verkorksten Jahres über Bord! An jenem Abend und den folgenden Tagen, habe ich viel darüber nachgedacht, mich selbst beim Training beobachtet und es wird mir immer klarer: „Nein, Dad, es ist keine Option!“ Ich brenne immer noch für meine Ziele und werde auch weiterhin im Dunkeln vor der Uni die ersten Kilometer abspulen, weil ich es liebe! Ja, ich könnte mich auf das Studium konzentrieren, Laufen wenn ich gerade mal Lust habe und alles wäre richtig schön entspannt (wenn man das von einem Zahnmedizinstudium überhaupt behaupten kann). Aber das möchte ich nicht! Ich will weiterhin von meinem Trainer durch den Stadtpark gejagt werden, ihn dafür verfluchen dass er penetrant 5 Meter vor mir fährt und mir zuruft „das Rad ist die Pace!“. Ich bin zwar noch nicht ganz wieder auf meinem alten Leistungsstand angekommen, aber das letzte Stück werde ich auch bald schaffen! Ich kann gerade mit jeder Woche mehr Kilometer laufen und auch immer ein wenig schneller. An diesen kleinen Schritten werde ich mich weiter erfreuen, um hoffentlich bald meine großen Ziele in Angriff zu nehmen! In diesem Sinne, danke Sören, dass du alle Auf & Ab’s mit mir durchstehst, mir in den Hintern trittst wenn ich einen mentalen Hänger habe (das kommt vorwiegend bei Tempodauerläufen vor ;) ) und immer an mich glaubst! Und DANKE an meine Eltern und meine Schwester, dass ihr mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt! Das musste ich nun mal loswerden. Heute standen 1000 Meter Intervalle an, so schnell wie lange nicht mehr, das war ordentlich anstrengend und genau richtig so.

Immer dran denken, „Hard work pays off“!

Eure Isa

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