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Abenteuer Amsterdam!

14.07.2016 14:40 von Isabell-Sophie Teegen (Kommentare: 0)
Copyright Thomas Sobczak
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Abenteuer Amsterdam!

 

So habe ich die EM erlebt...

Donnerstag 7.07.:

Endlich geht es los! In den letzten Tagen haben wir das Training schon ordentlich reduziert, denn was man bis jetzt nicht geschafft hat, kann man ohnehin nicht mehr einholen ;). Mein Laufgefühl wird gerade mit jedem Tag besser, sodass sich ein 4min Schnitt mittlerweile richtig locker anfühlt. Was will man mehr? So steige ich guten Mutes in den Flieger und freue mich einfach auf spannende Tage in Amsterdam. Am Nachmittag habe ich es endlich ins Hotel geschafft und eines wird schnell klar: Der Konzentration auf den Wettkampf steht hier nichts im Wege. Das Hotel liegt an einer Autobahn, einige Kilometer entfernt vom Flughafen (genau das richtige für einen erholsamen Schlaf ;)). Laufen kann man hier immerhin ganz gut und das ist auch das erste was ich nach meiner Ankunft mache. Danach geht’s endlich zum Abendessen und beim Anblick des Buffets stellte sich nur eine Frage, wie soll man es hier schaffen, am Sonntagmorgen nicht einen Kilo mehr mit sich herumzuschleppen?! Egal, für einen Halbmarathon muss man ja schließlich auch gut gestärkt sein, also noch ein Stück Apfelstrudel :). Vollgefuttert suchen wir uns eine nette Ecke in der Lobby, um den deutschen Fußballjungs die Daumen zu drücken. Den Ausgang des Abends kennt ihr ja selber...

Freitag 8.07.:

Abgesehen vom Fluglärm haben auch die Betten nicht gerade dafür gesorgt, dass ich mich gut erholt fühle. Also nach dem Frühstück erstmal ab zum Physio. So, jetzt bin ich bereit für meinen 12km Dauerlauf! Der war auch das Highlight des Tages, denn die übrige Zeit verbringen wir mit essen, schlafen und Leichtathletik schauen, die perfekte Wettkampfvorbereitung! Mittlerweile ist das gesamte Halbmarathon-Team vor Ort, die Stimmung ist gut und wir verstehen uns super!

Samstag 9.07.:

An unserem Tagesablauf hat sich zum Vortag nichts geändert, nur die Aufregung, die ist um einiges gestiegen. Am Nachmittag steht noch ein Interview beim ZDF an. Was ich mir vorgenommen habe, wollen die wissen. Ganz einfach: So schnell laufen wie ich kann! Von Zwischenzeiten habe ich mich aufgrund der schwierigen Strecke bereits verabschiedet, asphaltierter Crosslauf sage ich da nur ;). Am Abend bei der Mannschaftsbesprechung hat die Aufregung dann ihren Höhepunkt erreicht und die letzten Details des Wettkampftages wurden besprochen. Den Abend verbringe ich mit meiner Zimmerkollegin Katharina vor dem Fernseher und wir verfolgen die spannenden Wettkämpfe. In diesem Sinne, danke für die tolle Zeit, Katha :)!

Sonntag 10.07.:

6:00 Uhr und ich werde von meinem Wecker aus dem Schlaf gerissen. Endlich, es ist soweit, Wettkampftag! Die anderen sitzen schon am Frühstückstisch, doch ich habe mich dazu entschieden, lieber ein wenig länger zu schlafen und meine geliebten Riegel (Organic Food Bar) auf dem Zimmer zu verzehren. Mit dem deutschen Team geht es auf zur Strecke und wenn ich mich so im Bus umschaue, ist jedem die Anspannung ein wenig anzusehen! Vor dem Start gelingt es mir noch einmal mit meinem Trainer zu sprechen und meine Mum und meine Schwester zu umarmen. Vielen Dank, dass ihr dort wart! Mit dem Wissen, dass so viele Leute hinter mir stehen und der Erkenntnis, dass ich mir diesen Start bei meiner ersten EM unglaublich hart erarbeitet habe, starte ich ins Rennen. Endlich fällt der Startschuss! Ich finde gut in meinen Schritt und kann mich während des gesamten Rennens immer weiter nach vorne arbeiten. Auch wenn ich nie ein Freund von Crossläufen war und es mir nie flach genug sein kann, schaffe ich es, mich auf die Strecke einzulassen und finde gefallen an dem anspruchsvollen Kurs. Nach 6 Kilometern bin ich auf mich allein gestellt, arbeite mich Platz um Platz nach vorne und versuche das Tempo hochzuhalten, gar nicht so einfach alleine! Ich sauge die Atmosphäre auf und bekomme immer wieder Gänsehaut, wenn ich meinen Namen am Straßenrand höre. Auf den letzten Kilometern realisiere ich, dass ich gerade als zweite Deutsche dem Ziel entgegen renne und versuche die Schmerzen zu ignorieren! Nach 76:32min erreiche ich erschöpft und glücklich auf Platz 51 das Ziel. Ich habe mir das Rennen gut eingeteilt, für jeden Platz gekämpft und gezeigt, dass ich es absolut verdient habe, dabei zu sein :).

DANKE, an alle die mitgefiebert haben, an mein Physioteam (vor allem Berit, die immer für mich da ist), an Evelyn für die mentale Unterstützung, an das deutsche Team für die tolle Zeit in Amsterdam, an Sören und meine Trainingspartner für die geniale Zusammenarbeit, an meine Freunde und Familie für die tägliche Unterstützung (ich weiß, dass ich vor einem Wettkampf manchmal nicht so gelassen bin ;)) und einen riesen Dank gilt meinen Sponsoren, ohne die ich meinen sportlichen Weg nicht bestreiten könnte!

Leichtathletik ist ein Teamsport und ich bin unglaublich dankbar, mit einem so tollen Team für meine sportlichen Ziele kämpfen zu können! Hätte mir am Anfang des Jahres jemand gesagt, dass ich heute diesen Bericht schreiben kann, ich hätte es wohl nicht geglaubt! Also, niemals aufgeben und mit Leidenschaft und Freude für eure Ziele kämpfen! Ich werde nun ein paar Tage die Beine hochlegen und dann geht es weiter...

Eure Isa

 

 

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